Nichtsnutzige, heimtückische Menschen laufen umher und verbreiten Lügen … 4 Ihr Herz ist falsch; immerzu schmieden sie böse Pläne und zetteln Streitereien an. Darum nehmen sie ein schreckliches Ende. Unerwartet wird das Verderben sie treffen und nichts wird es abwenden können. Sprüche 6:12, 14-15
Im achten Stock von “Da Vinci Design” war Marcelo ein Künstler. Seine Kunst war jedoch nicht das Programmieren oder das Design, sondern die Zwietracht. Er war ein Meister des stillen Unheils.
Sein Mund war selten offen, böswillig. Er bevorzugte das subtile Gift der Andeutung.
“Hast du gehört, was Julia über dein Projekt gesagt hat?”, flüsterte er William zu, wohl wissend, dass Julia nichts gesagt hatte. Er näherte sich einer Gruppe, hörte ein Gespräch mit und erzählte es dann einer anderen weiter, immer mit einer kleinen, boshaften Verdrehung.
Seine Bosheit lag im Detail, in der Körpersprache. Er zwinkerte einem Kollegen am Ende der Präsentation eines anderen zu, ein komplizenhaftes Zeichen der Verachtung. Er schliff theatralisch ungeduldig mit den Füßen, wenn ein “Rivale” in einer Besprechung sprach. Er machte Zeichen mit den Fingern, kleine spöttische Gesten, die nur seine Eingeweihten verstanden. In seinem Herzen schmiedete er die ganze Zeit Böses und fand ein düsteres Vergnügen daran, kleine Feuer zu legen und das Chaos zu beobachten.
Er ging umher und säte Streit. Das Marketingteam, einst vereint, war nun in Fraktionen gespalten, die kaum miteinander sprachen. Ein vielversprechendes Projekt wurde sabotiert, weil Marcelo den Programmierer davon überzeugt hatte, dass der Produktmanager versuchte, ihm die Lorbeeren zu stehlen. Vertrauen, die wertvollste Währung in jeder Arbeitsumgebung, lag in Trümmern, und er war der Fälscher.
Seine Motivation war einfach: Er glaubte, dass in einem Umfeld des Chaos, in dem alle damit beschäftigt waren, sich zu verteidigen, sein eigener Weg an die Spitze einfacher wäre.
Das Unheil kam, als es kam, plötzlich, ohne Vorwarnung und ohne Heilmittel.
Die Firma führte ein neues internes Kommunikationssystem ein, transparenter und mit archivierten Gesprächen. Marcelo kümmerte sich nicht darum; er war ein Meister darin, seine Spuren zu verwischen, zwischen den Zeilen zu sprechen.
Sein Fehler war, die Frustration zu unterschätzen, die er selbst geschaffen hatte. Zwei seiner Opfer, William und Julia, die er gegeneinander aufgebracht hatte, beschlossen schließlich zu reden. Als sie ihre Geschichten verglichen, wurde das Lügennetz von Marcelo klar. Anstatt einer direkten Konfrontation taten sie etwas Klügeres. Sie sammelten Beweise. Zweideutige E-Mails, Zeugenaussagen von anderen Kollegen, die von seinen Worten vergiftet worden waren.
Sie brachten das Dossier, leise, zum Personalleiter.
An einem Donnerstagmorgen kam Marcelo pfeifend zur Arbeit. Er hatte gerade einen neuen Samen der Zwietracht gesät, indem er andeutete, dass der Bonus eines Kollegen höher sei als der eines anderen. Er setzte sich an seinen Schreibtisch, machte sich einen Kaffee und wurde ins Büro des Direktors gerufen. Er trat ein, zuversichtlich, vielleicht eine Beförderung erwartend.
Im Raum saßen der Direktor, der Personalchef, William und Julia. Auf dem Tisch lag ein Stapel Ausdrucke seiner eigenen Gespräche und E-Mails.
Es gab keine Diskussion. Es gab keine Chance zur Manipulation. Die Beweise waren unwiderlegbar. Er wurde plötzlich zerbrochen. Das arrogante Augenzwinkern wich einer schockierten Blässe. Seine Füße, die er einst verächtlich geschliffen hatte, schienen nun am Boden festgenagelt.
Er wurde auf der Stelle entlassen, von einem Sicherheitsmann zu seinem Schreibtisch eskortiert, um seine Sachen zu holen. Der Mann, der von Flüstern lebte, war nun das Zentrum einer schweren, anklagenden Stille. Alle beobachteten ihn, nicht mit Mitleid, sondern mit bitterer Erleichterung.
Als sich die Aufzugtür schloss, erkannte Marcelo die schreckliche Wahrheit. Er hatte Stürme für andere gesät, im Glauben, in seinem eigenen Schutzraum sicher zu sein. Aber am Ende kam das Unheil, das er so sehr geschmiedet hatte, zu ihm, und es gab keine Rettung, keine Reparatur, kein Heilmittel für den Ruin, den er mit seinen eigenen Händen gebaut hatte.
(Hergestellt mit KI)
Diese Geschichte ist Teil meines Buches Tägliche Weisheit
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