Bedenke: Der HERR sieht alles, was du tust, und prüft alle deine Wege. Deine Untaten werden dich einholen; deine Sünde wird dir zur Schlinge, in der du dich selber fängst. Wer keine Selbstbeherrschung hat, kommt um. Seine bodenlose Dummheit bringt ihn ins Grab. Sprüche 5:21-23
Der Abgeordnete Armando Bastos bewegte sich durch die Welt mit dem Selbstvertrauen eines Mannes, der keine Spuren hinterließ. Er war ein Meister in der Kunst des Doppellebens. In der Öffentlichkeit war er der Verteidiger der Familie und der guten Sitten, sein Image sorgfältig gepflegt durch feurige Reden und Fotos mit seiner lächelnden Frau. Im Geheimen war er ein Mann mit unersättlichen Begierden: illegale Geschäfte, die in privaten Räumen abgeschlossen wurden, Wahlversprechen, die gegen Gefälligkeiten getauscht wurden, und eine diskrete Wohnung auf der anderen Seite der Stadt für heimliche Treffen.
Er glaubte, die Macht sei sein Schild. Seine Intelligenz, seine Fähigkeit zu manipulieren und anderen vorauszueilen, machten ihn in seinen eigenen Augen unsichtbar. An die “Augen des Herrn” dachte er nicht; die einzigen Augen, die ihm wichtig waren, waren die der Kameras und der Wähler, und diese wusste er zu täuschen.
Er bemerkte nicht, dass jede unehrliche Tat, jede erzählte Lüge, jedes gebrochene Versprechen ein weiterer Faden war, der gesponnen wurde. Anfangs dünne und unsichtbare Fäden, die aber zusammen begannen, ein dickes und widerstandsfähiges Seil zu bilden.
Die Dinge begannen sich auf subtile Weise zuzuspitzen. Ein vertrauter Berater, der Einzige, der seine Geschäfte genau kannte, kündigte abrupt und nannte “persönliche Gründe”. Armando spürte einen Schauer. Hatte er zu viel geredet?
Dann, während eines Radiointerviews, stellte der Journalist eine unerwartet spezifische Frage zu einem überteuerten Vertrag. Es war ein Streifschuss, dem er mit seiner üblichen Rhetorik ausweichen konnte, aber er ließ ihn kaltschweißig zurück. Wie war diese Information durchgesickert?
Er fühlte sich beobachtet, aber es war niemand da. Es war, als hätte sich das Universum selbst verschworen, um seine Geheimnisse aufzudecken. Er begann, überall Bedrohungen zu sehen. Er wurde paranoid, ging seine Gespräche durch, überprüfte seine Kontoauszüge und misstraute seinem eigenen Schatten. Der Mann, der sich für freihielt, war in Wahrheit ein Gefangener der Angst.
Der letzte Knoten wurde nicht von einem politischen Feind zugezogen, sondern durch seine eigenen Handlungen. In seiner Eile, eine seiner Affären zu vertuschen, benutzte er sein privates Handy, um eine Nachricht zu senden, die hätte gelöscht werden sollen. Er vergaß, dass das Gerät mit dem Familien-Tablet synchronisiert war.
An diesem Abend, als seine Frau ihrem Sohn bei einer Schulrecherche half, öffnete sie den Nachrichtenverlauf und sah alles. Das Seil, gesponnen aus Monaten der Täuschung, fing ihn schließlich.
Der Ruin war kein sofortiger öffentlicher Skandal. Es war die eiskalte Stille seiner Frau. Es war der Blick der Enttäuschung in den Augen seines Sohnes. Es war der Zusammenbruch seines Familienlebens, der einzigen Säule, die er insgeheim noch schätzte. Seine Welt, die so solide schien, war eine Farce, zusammengehalten von Lügen, die nun zerfielen.
Sitzend in seinem prächtigen Büro blickte er aus dem Fenster auf die erleuchtete Stadt. Er hatte sich immer über all das erhaben gefühlt. Jetzt fühlte er sich erdrückt. Er wurde nicht durch eine Untersuchung oder einen Gegner zerstört. Er wurde von seinen eigenen Missetaten gefangen gehalten. Jede falsche Entscheidung, jeder falsche Weg, war zu einem Faden in dem Seil geworden, das ihn nun erstickte.
Er starb ohne Zucht, wie das Sprichwort sagt. Er starb für das Leben, das er kannte, nicht aus Mangel an Intelligenz, sondern aus einem Übermaß an Wahnsinn. Dem Wahnsinn zu glauben, er könne im Schatten leben, und zu vergessen, dass es Augen gibt, die alles sehen, und dass am Ende jeder Mensch ein Gefangener der Seile ist, die er selbst spinnt.
(Hergestellt mit KI)
Diese Geschichte ist Teil meines Buches Tägliche Weisheit
https://books2read.com/u/baOxyv


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